1. Allgemeine Aussagen zur Grundschule (Schulgesetz)

Die Grundschule ist die gemeinsame Grundstufe des Schulwesens. Sie vermittelt Grundkenntnisse und Grundfertigkeiten. Ihr besonderer Auftrag ist gekennzeichnet durch die allmähliche Hinführung der Schüler von den spielerischen Formen zu den schulischen Formen des Lernens und Arbeitens.

Dazu gehören die Entfaltung der verschiedenen Begabungen der Schüler in einem gemeinsamen Bildungsgang, die Einübung von Verhaltensweisen für das Zusammenleben sowie die Förderung der Kräfte des eigenen Gestaltens und des schöpferischen Ausdrucks. Die Grundschule umfasst vier Schuljahre.

1.1 Aufgaben und Ziele

In die Grundschule treten Kinder mit unterschiedlichen individuellen Lernvoraussetzungen und Lernerfahrungen ein. Sie bringen, geprägt von der Familie und beeinflusst durch die Umwelt, unterschiedliche Einstellungen, Erwartungen und Hoffnungen in die Schule mit. Unabhängig von dieser individuellen Entwicklung sollen die Kinder am Ende der Grundschulzeit über vergleichbare Grundkenntnisse und Fertigkeiten verfügen.

1.2 Die Grundschule

fördert die verschiedenen Begabungen der Kinder in einem gemeinsamen, vierjährigen Bildungsgang

weckt die sittliche, religiöse und freiheitlich-demokratische Gesinnung, auf der das Zusammenleben gründet

übt Verhaltensweisen und Umgangsformen ein, die für das Miteinanderleben - auch in der Schule - wichtig sind

befähigt die Kinder, aufeinander zu hören und voneinander zu lernen, und hält Jungen und Mädchen zu einem partnerschaftlichen Verhalten an

erzieht zu sozialer Bewährung und zum selbstverständlichen Umgang mit Menschen unterschiedlicher sozialer und kultureller Herkunft sowie zum Zusammenleben mit Menschen mit Behinderungen

fördert das Bewusstsein für elementare, technische, wirtschaftliche und ökologische Zusammenhänge und erzieht zur Verantwortung gegenüber der Natur

setzt die im vorschulischen Alter begonnenen vielfältigen Lernprozesse fort

entfaltet verborgene und noch nicht entwickelte Fähigkeiten oder Eigenschaften durch fördernde und ermutigende Hilfen

führt die Kinder von den Formen spielerischen zu den systematisierten Formen schulischen Lernens und Arbeitens

fördert die Kräfte des eigenen Gestaltens und des schöpferischen Ausdrucks

strebt den Erwerb gesicherter Kenntnisse an und übt Fertigkeiten ein, die für die Lebensbewältigung wichtig und für die Schularbeit grundlegend sind.



2. Orientierungsstufe


2.1 Merkmale und Ziele

Die Aufnahme in die Orientierungsstufe (= Klasse 5 und 6) der Realschule und des Gymnasiums erfolgt durch direkte Anmeldung der Erziehungsberechtigten an den jeweiligen Schulen. Beim Übergang in die Orientierungsstufe einer Hauptschule beruht die Anmeldung auf freiwilliger Grundlage.

Der personale Bezug - der die Arbeit in der Grundschule prägt - wird in der Orientierungsstufe weitergeführt. Den Klassenlehrerinnen und -lehrern kommen in der Orientierungsstufe besondere Aufgaben zu:

a) Sie sorgen für die Entwicklung einer guten Klassengemeinschaft - diese ist für das Einleben in der neuen Schule von großer Bedeutung.

b) Sie informieren zusammen mit den in der Klasse unterrichtenden Lehrkräften Schülerinnen und Schüler sowie Eltern über die Arbeit in der Orientierungsstufe und die Unterrichtsinhalte der einzelnen Klassenstufen.

c) Sie beobachten und fördern in Zusammenarbeit mit den Fachlehrerinnen und -lehrern die Persönlichkeits-, Lern- und Leistungsentwicklung der/des einzelnen Schülerin/Schülers - auch im Hinblick auf eine mögliche Laufbahnkorrektur.

d) Sie initiieren und organisieren fächerverbindende, unterrichtliche und außerunterrichtliche Aktivitäten.

e) Sie pflegen intensiven Kontakt mit den Erziehungsberechtigten.

Durch verstärkte Beratung der Erziehungsberechtigten und durch Informationen zur Entwicklung des Kindes (die die Erziehungsberechtigten an die Schule weitergeben), können die Schülerinnen und Schüler individuell gefördert werden.

2.2 Schullaufbahnempfehlung

Am Ende eines Schulhalbjahres der Orientierungsstufe kann eine Bildungsempfehlung ausgesprochen werden. Dies gilt insbesondere dann, wenn erwartet werden kann, dass eine Schülerin oder ein Schüler den Anforderungen einer anderen Schulart voraussichtlich gerecht werden bzw. den Anforderungen der besuchten Schulart voraussichtlich nicht mehr entsprechen kann (hierbei orientiert sich die Klassenkonferenz an der Multilateralen Versetzungsordnung).

Bei der Erstellung der Bildungsempfehlung durch die Klassenkonferenz nimmt die/der für die Schule zuständige Beratungslehrer/in mit beratender Stimme teil.

Jeweils am Ende der Klasse 5 und Klasse 6 erfolgt eine Versetzungsentscheidung.
Die Wiederholungsmöglichkeit innerhalb der Klassenstufen 5 und 6 richtet sich nach der entsprechenden Versetzungsordnung. Für das Überwechseln in eine andere Schulart (anstatt der Wiederholung) gelten die Bestimmungen der Multilateralen Versetzungsordnung.

Die Entscheidung über einen Wechsel in eine andere Schulart treffen die Erziehungsberechtigten.

2.3 Zentrale Aufnahmeprüfung

Schülerinnen und Schüler der Orientierungsstufe, die ohne eine entsprechende Schulartempfehlung
von der Hauptschule in die Realschule
von der Hauptschule in das Gymnasium
von der Realschule in das Gymnasium

wechseln wollen, müssen eine Aufnahmeprüfung an einer zentral gelegenen Schule absolvieren.

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Zonta ist ein weltweiter Zusammenschluss berufstätiger Frauen, die die Situation der Frau verbessern wollen und sich zum Dienst am Menschen verpflichtet haben.

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