Liebe Eltern,

mit der Einschulung beginnt für Ihr Kind ein neuer Lebensabschnitt. Normalerweise freuen sich Kinder auf die Schule und können es kaum erwarten, eingeschult zu werden. Sie wollen Neues lernen und selbständig werden. Dabei braucht Ihr Kind das Gefühl der Geborgenheit und der Sicherheit. In der Schule helfen die Klassenlehrer/innen Ihrem Kind, sich schnell zurecht zu finden. Sie nehmen sich viel Zeit im täglichen Umgang mit den Kindern. Ein hohes Maß an sozialem Engagement ist für sie selbstverständlich. Enger Kontakt zwischen Elternhaus und Schule ist daher von großer Bedeutung. Die Schule braucht die Mitarbeit von Ihnen.


1. Vor der Einschulung

Schon vor dem ersten Schultag können Sie Ihr Kind auf die Schule vorbereiten.

a) Schulweg
Gehen Sie mit dem Kind beim Spaziergang den Schulweg ab und schauen sich dabei auch das Schulgelände und die Schule an. Erklären Sie ihm unterwegs die wichtigsten Verkehrsregeln. Lassen Sie sich einmal von Ihren Kind führen, es wird dadurch noch mehr Selbstbewusstsein erlangen. Begleiten Sie Ihr Kind nicht zu lange zur Schule, es möchte irgendwann lieber alleine oder mit Klassenkameraden gehen. Machen Sie ihm aber vorher deutlich, dass es ohne Umwege und ohne Verzögerung nach Hause gehen soll. Auf keinen Fall darf es etwas von Fremden annehmen oder zu Unbekannten ins Auto steigen!

b) Motivation
Grundschulkinder wollen sich bewähren und Leistungen erbringen, können aber meist ihr Leistungsvermögen nicht genau einschätzen. Gleichzeitig müssen sie sich aber mehr an Regeln halten und werden mit Lob, Tadel, Freude und Enttäuschung konfrontiert. Daher brauchen sie auch von zu Hause viel Anerkennung, Verständnis, Vertrauen und Rücksichtnahme. Von den Eltern wird dabei viel Geduld gefordert – besonders bei Rückschlägen.

c) Gesundes Umfeld
Fernsehen, Videospiele, Umweltlärm und vieles mehr setzen heute die Kinder einer ständigen Reizüberflutung aus. Schaffen Sie einen Ausgleich und achten darauf, dass Ihr Kind viel Bewegung hat. Geben Sie ihm dazu die notwendige Zeit.

d) Ernährung
Eine ausgewogene Ernährung ist gerade für Kinder sehr wichtig. Dazu zählt auch ein leichtes Schulfrühstück ohne Süßigkeiten, dafür aber mit viel Obst. Vergessen Sie auf keinen Fall, ihm eine Trinkflasche mitzugeben. Wasser gibt es bei uns aus dem Wasserspender im Foyer.

e) Schlaf
Auf Ihr Kind kommen neue Pflichten zu: Schule, Hausaufgaben, Sport und und und... Die kosten viel Kraft. Daher sollten Schulanfänger möglichst immer zur gleichen Zeit ins Bett gehen (spätesten 20.00 Uhr).Sorgen Sie im Kinderzimmer für genügend Frischluft. Aufregende Fernsehsendungen und üppige Mahlzeiten vor dem Zubettgehen sind tabu!

f) Fernsehen
Lassen Sie Ihr Kind nicht zu lange vor der „Glotze“ sitzen. Eine Stunde am Tag sollte nicht überschritten werden. Wählen Sie dafür mit Ihrem Kind altersgerechte Sendungen gemeinsam aus.


2. Aspekte zum ThemaGrundschulfähigkeit

Mit Hilfe der folgenden Kriterien können Sie sich leicht selbst ein Bild von Ihrem Kind verschaffen. Dabei sollten Sie aber das Gesamtbild sehen und die einzelnen Aspekte nicht überbewerten.

2.1 Im körperlichen Bereich
- Gesundheitszustand, Belastbarkeit, Funktionsstörungen

- Grobmotorik:
- 5 - 10 sec auf einem Bein stehen.
- Auf einem Bein hüpfen.
- Ball prellen und fangen.
- Feinmotorik: Beobachtungen beim Malen, Basteln, Ausschneiden, Falten oder Kleben (Hat das Kind eine verkrampfte, angespannte Stifthaltung?)
- Das Kind knöpft seine Kleider zu und bindet Schuhe.

2.2 Im kognitiven Bereich
- akustische Unterscheidungsfähigkeit: Kann es Geräusche erkennen, benennen und umsetzen?

- optische Unterscheidungsfähigkeit: Kann es Grundfarben benennen, die Unterschiede und Einzelheiten eines Bildes erkennen?

- Gedächtnis: Kann das Kind Erlebnisse oder Ereignisse nach einer gewissen Zeit noch sinnvoll/richtig wiedergeben?

- Denkfähigkeit: Entwickelt es Neugierde, Interesse, Ideen... Sucht es nach eigenen Lösungswegen?

- Sprache: Erzählt es gern, vielleicht sogar ganze Geschichten? Spricht es in ganzen Sätzen und verfügt über einen altersgemäßen Wortschatz? Kann das Kind seine Bedürfnisse mitteilen?

- Sprechfertigkeit: Spricht es die Buchstaben richtig aus?

- Wortschatz: Kann es Erlebnisse und Geschichten in einfachen Sätzen erzählen und zeitliche Zusammenhänge erkennen? Kann es Anweisungen verstehen und erwartungsgemäß ausführen?

2.3 Im motivationalen Bereich
- Selbstkonzept des Kindes: Verhalten des Kindes beim Spiel. Übernimmt es Aufgaben? Das Kind sagt, was es schon kann, was es sich zutraut.

- Neugierde: Zeigt es Interesse an Dingen und Vorgängen, sucht es nach Lösungen, nimmt es von sich aus Kontakte zu anderen Kindern und Erwachsenen auf?

- Arbeitshaltung: Zeigt es ein gewisses Maß an Aufmerksamkeit, Anstrengungsbereitschaft, Ausdauer? Oder sagt es immer gleich: „Das kann ich nicht“?

- Selbständigkeit: Traut es sich zu, etwas alleine zu tun, selbständig zu erledigen? Oder: Muss es stets aufgefordert werden, braucht es oft Hilfen und Anleitung?

- Spielverhalten: Nimmt es an Gruppenspielen teil, oder spielt es eher allein? Hält es Spielregeln ein? Oder: Spielt es nur, wenn man es auffordert und verliert nach kurzer Dauer das Interesse?

2.4 Im sozialen Bereich
- Kontaktfähigkeit: Verhalten in der Gruppe. Umgangsformen

- Soziale Sensibilität: Bedürfnisse anderer erkennen. Rücksicht, Mitgefühl. Zeigt es Gefühle?

- Kommunikationsfähigkeit: Kann es zuhören und andere ausreden lassen? Spricht es mit anderen?

- Kooperationsbereitschaft: Kann es mit anderen zusammen arbeiten, sich einordnen, Misserfolge ertragen? Oder muss es ständig im Mittelpunkt stehen?

- Konfliktverarbeitung: Wie löst es Auseinandersetzungen: durch weinen, sich behaupten, sich durchsetzen?

- Umgang mit Regeln: Kann es Regeln problemlos einhalten? Wartet es dabei immer auf eine Rückmeldung eines Erwachsenen? Hängt es noch ständig an der Mutter/am Vater?


3. Der Schulanfang ist ein kleiner Feiertag

Jeder Schulanfänger freut sich auf den ersten Tag in der „großen“ Schule. Ab sofort ist er nicht mehr ein kleines Kindergartenkind, sondern schon eine richtig große Schülerin bzw. Schüler. Besonders stolz sind sie auf ihren Schulranzen. Deshalb tragen sie auch alles darin herum, was sie glauben, in der Schule unbedingt zu brauchen. Helfen Sie mit, dass Ihr Kind sinnvoll ausgestattet wird:

Weniger ist oftmals mehr!
Schon beim Kauf des Ranzens sollte auf helle, reflektierende und fluoreszierende Materialien geachtet werden. Der gute, alte Lederschulranzen mag für Nostalgiker ein Genuss sein, die Gesundheitsexperten finden daran jedoch wenig Gefallen. Auch bei der Auswahl der Arbeitsmaterialien macht es nicht die Masse, sondern eher die Qualität. Kaufen Sie lieber ein Mäppchen mit 6 ordentlichen Farbstiften, als ein Etui mit unzähligen, billigen und oft unbrauchbaren Bunt- und Filzstiften. Ein Füller ist in der ersten Klasse ohnehin noch völlig überflüssig. Oftmals sind sie nämlich längst kaputt oder verloren, bis sie zum ersten Mal gebraucht werden. Überhaupt können Sie sich mit dem Kauf von Arbeitsmaterialien ruhig Zeit lassen, bis Ihnen die Lehrer/innen Bescheid geben. 

Bedenken Sie bitte, dass nicht Ihre Erwartung, sondern Ihr Kind eingeschult wird! Versuchen Sie immer, Ihr Kind zu unterstützen, aber vermeiden Sie auch, es zu dem zu machen, was es nach Ihrer Meinung nach sein müsste!

Zum Nachdenken
Bringen Sie ihm anstatt Buchstaben und Zahlen lieber bei:
- wie man sich an- und auszieht.
- wie man Schuhe bindet.
- wie man eine Toilette benutzt.
- dass man sich nach der Toilette und vor dem Essen die Hände wäscht.
- wie es seine Spielsachen in Ordnung hält.
- dass es sich selbst organisieren kann.
- wie man klebt, anmalt und ausschneidet.
- wie es heißt, wo es wohnt, wann es geboren ist, wie die Telefonnummer der Eltern lautet.



Nicht das Schreibenlernen, sondern der Umgang mit Stiften, Radiergummi und Spitzer, Schere und Klebstoff sind erwünscht.
Freudige Kinder lernen leichter! Erhalten Sie ihm die Freude und Neugierde auf das Ereignis „Schuleintritt“.
Drohen Sie Ihrem Kind nie mit der Schule, z.B. „Jetzt beginnt der Ernst des Lebens!“ „Warte nur, wenn Du in die Schule kommst.“

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Zonta ist ein weltweiter Zusammenschluss berufstätiger Frauen, die die Situation der Frau verbessern wollen und sich zum Dienst am Menschen verpflichtet haben.

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